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Das Geheimnis erfolgreicher Teams #1 – Fokus!

Zwischenmenschliches verhindert oft erfolgreiche Zusammenarbeit. Was es braucht ist professionelle Distanz zu allem, was nicht wichtig für das Ergebnis ist. MusikerInnen gelingt dies meisterlich.


Von Hippies, Teams und Kindergarten ...

Dieser Tage jährte sich Woodstock zum 50. Mal. Knapp 500.000 Menschen saßen 3 Tage auf einer Wiese im US-amerikanischen Nirgendwo. Das Festival war ein organisationales Desaster, bei dem alles schief ging – und trotzdem alles funktionierte. Warum? Weil es getragen wurde von der gemeinsamen Idee von Frieden, Freude und Musik. Beim Blick in Unternehmen wundert man sich dann schon, warum es bei hocheffizienten und gut trainierten Teams mit weit weniger Menschen oft derart im Gebälk knarrt, dass man sich fragen muss, wie dabei überhaupt etwas Produktives herauskommen kann. Oft geht es um Zwischenmenschliches, Dinge, die mit der eigentlichen Arbeit gar nichts zu tun haben. Gern beschuldigt man dann noch diejenigen, die mit der eigenen Zuständigkeit nichts zu tun haben und kaschiert das eigene »Nicht-Können« oder »Wollen« mit dem Hinweis auf das Unvermögen der Anderen. Das ist Kindergarten at its best.

Meister des Zusammenspiels

»Zwischenmenschliches« gibt es in Bands oder Orchestern natürlich auch. Im Gegensatz zu vielen Teams in Unternehmen sind MusikerInnen aber in der Lage, sofort und im Moment des ersten gespielten Tones einen Schalter umzulegen. »Zwischenmenschliches« weicht dem Zusammenspiel, es geht nur noch um die Sache. Dafür gibt es drei Gründe:

  1. Self-Commitment: MusikerInnen dienen etwas Übergeordnetem. Sie sind nicht dem Dirigenten oder dem Orchester, sondern in erster Linie der Musik und damit sich selbst verpflichtet.
  2. Projekt-Commitment: Aus dem Self-Commitment ergibt sich zwingend die Verpflichtung gegenüber der Sache und dem Ergebnis der Zusammenarbeit.
  3. Professionelle Distanz: Nahezu selbstverständlich folgt daraus, dass Zwischenmenschliches für den Moment und zu Gunsten der Sache vollkommen ausgeblendet wird. Die KollegInnen werden respektvoll als MitspielerInnen wertgeschätzt, die ebenfalls sich selbst und der Sache verpflichtet sind und ihren Teil zum Ganzen beitragen.

Prinzipien des Zusammenspiels für Teammitglieder

Zugegeben – das ist nicht leicht umzusetzen. Doch die Mühe lohnt sich. Und spart Kosten und Zeit, weil das Wesentliche im Fokus bleibt.

  1. Bleiben Sie bei sich, Ihrer Kompetenz, Ihrer Erfahrung und geben Sie Ihr Bestes!
  2. Bleiben Sie dran! Aufmerksamkeit im aktuellen Projekt!
  3. Legen Sie den Schalter um! Blenden Sie Zwischenmenschliches konsequent zu Gunsten der Sache in dem Moment aus, in dem der Fokus aus 1. und 2. verloren geht.

Warnhinweis! Der Begriff »Zwischenmenschliches« bezieht sich auch deutlich auf Teams, in denen es richtig »kuschelt«. Auch hier besteht die große Gefahr, dass das Wesentliche aus dem Fokus gerät.